Einkommensanrechnung auf Hinterbliebenenrenten


Einkommen des Berechtigten wird auf Hinterbliebenenrenten (Witwen-, Witwer-, Waisen- und Erziehungsrenten) angerechnet. Dies gilt nicht, solange der Rentenartfaktor einer Witwen- oder Witwerrente 1,0 beträgt, also im sogenanntem Sterbe- oder Gnadenvierteljahr.

Bei der Einkommensanrechnung bei Witwen-, Witwer- und Erziehungsrenten wird das Einkommen mit 40 vom Hundert angerechnet, welches den Freibetrag in Höhe vom 26,4fachen des aktuellen Rentenwertes übersteigt. Der Freibetrag erhöht sich für jedes waisenrentenberechtigte Kind des Berechtigten um das 5,6fache des aktuellen Rentenwertes. Als Kinder des Berechtigten werden auch Kinder berücksichtigt, die nur deshalb keine Waisenrente bekommen, weil sie nicht Kinder des Verstorbenen sind.

Bei Waisenrenten beträgt der Freibetrag das 17,6fache des aktuellen Rentenwertes. Erhöhungen wegen Kindern werden ebenso berücksichtigt.

Die Einkommensanrechnung auf eine Hinterbliebenenrente aus der Unfallversicherung hat Vorrang vor einer Einkommensanrechnung auf eine Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Für verschiedene Sachverhalte gibt es jedoch Übergangsregelungen. Auskunft darüber erteilt Ihr Rentenversicherungsträger.

Anrechenbares Einkommen wird im Sozialgesetzbuch IV (SGB VI) §§ 18 a bis 18 e definiert.

Übrigens, wenn ich in unserem Hause in ein Zimmer einer höheren Gehaltsgruppe komme, in dem jemand sich die Haare rauft oder kurz davor ist, in die Tischkante zu beißen, dann handelt es sich zu 80% um ein Problem mit der Einkommensanrechnung. Ich will damit sagen, daß die Einkommensanrechnung ein Problem auch für Fachleute darstellt.


Grundsätzliches

  • Erwerbseinkommen geht vor Erwerbsersatzeinkommen.
  • Vorrang hat immer das Durchschnittseinkommen des Vorjahres.
  • Gleichartige Einkommen werden zusammengerechnet.
  • Das laufende Einkommen wird nur berücksichtigt, wenn es um mindestens 10 vom Hundert geringer ist, als das durchschnittliche Einkommen des Vorjahres.
  • Einkommensänderungen außerhalb der Rentenanpassungen zum 01.07. eines Jahres werden nur auf Antrag berücksichtigt. Bedingung dafür ist wieder, daß das Einkommen 10 vom Hundert geringer ist, als das laufend angerechnete, und es muß voraussichtlich für 3 Monate geringer sein.
  • Der Einkommensanrechnung werden grundsätzlich Bruttobeträgen zu Grunde gelegt. Für die einzelnen Einkommensarten gibt es pauschale Umrechnungen auf Nettoeinkommen. (Quelle: Senioren Magazin


Anrechenbare Einkommen

  1. Erwerbseinkommen

Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen, Vorruhestandsgeld im alten Bundesgebiet und vergleichbare Einkommen.
Der Abzug beträgt 35 vom Hundert.
Besoldungsbezüge.
Der Abzug beträgt 27,5 vom Hundert.

  1. Kurzfristiges Erwerbsersatzeinkommen

Krankengeld, Verletztengeld, Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld, Konkursausfallgeld, Mutterschaftsgeld, Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld.
Es werden die Nettobeträge in Ansatz gebracht.

  1. Dauerhaftes Erwerbsersatzeinkommen

Renten, ohne Leistungen aus der Höherversicherung und andere Zusatzleistungen. Knappschaftliche Rentenanteile werden um 25 vom Hundert gekürzt. Ansonsten werden Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen.
Verletztenrenten aus der Unfallversicherung. Es werden eventuelle Kinderzulagen und der dem Grad der Behinderung entsprechende Grundfreibetrag nach dem Bundesversorgungsgesetz abgezogen.
Vom Altersgeld für Landwirte wird ein Beitragsanteil für die Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen.
Pensionen und vergleichbare Beamtenversorgungen. der Abzug beträgt 37,5 vom Hundert.
Versorgung aus berufsständigen Versorgungseinrichtungen. Es erfolgt eine Kürzung um 27,5 vom Hundert.


Nichtanrechenbare Einkommen

  1. Pflegegeld im Sinne der gesetzlichen Pflegeversicherung, das eine Pflegeperson erhält
  2. Leistungen der betrieblichen Altersversorgung
  3. Leistungen zur Ausbildungsförderung (BAföG)
  4. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Arbeitslosenhilfe und Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz
  7. Leistungen der Zusatzversorgung des BUndes und der Länder und vergleichbare Leistungen
  8. Kindererziehungsleistungen
  9. Leistungen der Kriegsopferfürsorge
  10. Renten nach dem Bundesentschädigungsgesetz
  11. Grund- und Ausgleichsrenten der Kriegsopferversorgung
  12. Renten nach dem Lastenausgleichgesetz
  13. Landabgaberenten
  14. Wohn-, Erziehungs- und Blindengeld
  15. Leibrenten
  16. Leistungen aus Privatversicherungen
  17. Unterhaltsleistungen