1. Der Wertausgleich

  2. Der/die Ausgleichsberechtigte erhält auf diese Weise schon bei der Scheidung eigenständige Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Art seiner Durchführung hängt dabei vor allem von dem Charakter der auszugleichenden Versorgung ab. Folgende Reihen- und Rangfolge ist dabei einzuhalten.

    1. Das Splitting

    2. Die Übertragung von Anwartschaften der gesetzlichen Rentenversicherung zu Lasten des/der Ausgleichsverpflichteten, dessen/deren in der Ehezeit erworbene dynamische Anwartschaften der gesetzlichen Rentenversicherung die dynamischen Anwartschaften der/des Ausgleichsberechtigten der gesetzlichen Rentenversicherung und der Beamtenversorgung übersteigen, stellt die wichtigste Form des Wertausgleichs dar.

    3. Das Quasi-Splitting

    4. Außerdem gibt es die Begründung von Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung bei entsprechender Kürzung einer Beamten- oder beamtenähnlichen Versorgung zu Lasten des/der Ausgleichspflichtigen. Diese Form des Wertausgleichs kommt in Betracht, wenn für den/die Ausgleichspflichtige(n) aus der Ehezeit eine Anwartschaft auf Beamten- oder beamtenähnliche Versorgung besteht und diese allein oder zusammen mit einer dynamischen Anwartschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung die dynamischen Anwartschaffen des anderen Ehegatten aus einer Beamtenversorgung und/oder der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigt. Auch diese Begründung von Anwartschaften in Höhe des halben Wertunterschieds wird mit der endgültigen Entscheidung des Familiengerichts wirksam. Rein technisch gesehen unterstellt man dabei eine Beitragszahlung des Versorgungsträgers für den/die Ausgleichsberechtigte(n). Der/die Ausgleichspflichtige muß auch hier keine Zahlungen leisten. Dafür hat er/sie später eine Kürzung seiner/ihrer Pension hinzunehmen, es sei denn, daß er/sie die Kürzung seiner/ihrer Pensionsansprüche durch Zahlungen an seinen/ihren Dienstherrn abwendet.

      Der Rentenversicherungsträger seinerseits erhält alle finanziellen Aufwendungen für Leistungen vom Versorgungsträger erstattet. Ist die begründete Anwartschaft gering (bis 1 Prozent der monatlichen Bezugsgröße; 1996:23,40 EUR), hat der Versorgungsträger statt dessen entsprechende Beiträge zu zahlen.

                          Hat der/die Ausgleichspflichtige neben Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung und/oder aus einer Beamten versorgung auch oder gar ausschließlich andere Versorgungsanrechte erworben (z. B. aus unverfallbarer betrieblicher Altersversorgung, privater Rentenversicherung, einem berufsständischen Versorgungswerk oder aus der Höherversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung), so ist die Hälfte des Wertunterschieds durch die sogenannte Realteilung auszugleichen, falls dies durch ein Gesetz oder durch die Satzung des jeweiligen Versorgungsträgers vorgesehen ist. Dabei werden die genannten Anrechte ohne Einschaltung der gesetzlichen Rentenversicherung von den betreffenden Versorgungsträgern aufgeteilt.

                           

                          Kann das Anrecht nicht auf diese Weise ausgeglichen werden, weil es - noch - an einer entsprechenden Regelung beim Versorgungsträger fehlt und richtet es sich gegen einen öffentlich-rechtlichen Versorgungsträger (z. B. bei Altershilfe für Landwirte oder Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes), gelten die Vorschriften für das Quasi-Splitting sinngemäß.

                           

                          Verbleibt danach ein unverfallbares Anrecht, z. B. aus betrieblicher Altersversorgung gegen einen privaten Versorgungsträger, kann das Familiengericht im Wege des sogenannten Super-Splittings bzw. Super-Ouasi-Splittings andere während oder vor der Ehezeit erworbene Anrechte des/der Ausgleichsverpflichteten zum Ausgleich heranziehen. Die auf diese Art übertragene bzw. begründete Rentenanwartschaft darf 2 Prozent der monatlichen Bezugsgröße (1996: 82,60 DM) nicht übersteigen.

                           

                          Führt auch das Super-Splitting bzw. Super-Quasi-Splitting nicht zum restlosen Ausgleich der obengenannten Anrechte, kann der/die Ausgleichsverpflichtete zur Vermeidung des schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs vom Familiengericht verpflichtet werden, Beiträge zur Begründung einer Rentenanwartschaft für die/den Ausgleichsberechtigte(n) zu zahlen, soweit es ihm/ihr nach seinen/ihren wirtschaftlichen Verhältnissen zugemutet werden kann.
                          Soweit dieser Ausgleich nicht möglich ist, bleibt der Rest endgültig dem schuldrechtlichen Versorgungsausgleich vorbehalten.

                           

                          Die Begründung von Rentenanwartschaften durch Beitragszahlung kann vom Familiengericht auch anstelle des Super-Splittings bzw. Super-Quasi-Splittings erfolgen.
                      1. Schultrechtlicher Versorgungsausgleich

                      2. Der schuldrechtliche Versorgungsausgleich findet nur dann statt, wenn der öffentlichrechtliche Versorgungsausgleich aus bestimmten Gründen nicht durchgeführt werden kann.

                        Zum Erwirken einen schultrechtlichen Versorgungsausgleichs ist eine entsprechende rechtliche Vertretung von hohem Wert, was sich durch eine Rechtschutzversicherung absichern lässt. Hierzu empfiehlt sich ein Online-Vergleich. Hier gelangen Sie zum Rechtschutz Vergleich online.

                        Unter schultrechtlichen Versorgungsausgleich fallen insbesondere die Fälle, in denen der Höchstbetrag der zu übertragenden oder begründenden Anwartschaften überschritten wird, in denen der ausgleichspflichtige Ehegatte die auferlegten Zahlungen zur Begründung von Rentenanwart- schaften nicht erbringt, in denen Anwartschaften der betrieblichen Altersversorgung noch nicht unverfallbar sind oder in denen die Ehegatten den schuldrechtlichen Versorsorgungsausgleich vereinbart haben. Desgleichen sind die Anwartschaften schuldrechtlich auszugleichen, die weder durch Realteilung, Quasi-Splitting oder Super(Quasi-)-Splitting ausgeglichen werden können.

                         

                        Der schuldrechtliche Versorgungsausgleich stellt die schwächste Form des Versorgungsausgleichs dar, weil er im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich keine eigenständige Versorgungdes/der Ausgleichsberechtigten schafft.

                         

                        Der/die Ausgleichsberechtigte erhält vielmehr einen gegen den/die Ausgleichsverpflichtete(n) gerichteten schuldrechtlichen Anspruch auf Gewährung einer Ausgleichsrente, sofern beide Ehegatten eine Versorgung erlangt haben oder sofern der ausgleichspflichtige Ehegatte eine Versorgung erlangt hat und der ausgleichsberechtigte Ehegatte entweder infolge Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit eine zumutbare Erwerbstätigkeit nicht ausüben kann oder das 65. Lebensjahr vollendet hat.

                         

                        Der schuldrechtliche Wertausgleich ist beim Familiengericht durch einen Ehegatten zu beantragen.

                         

                        Der Anspruch auf die Ausgleichsrente endet grundsätzlich mit dem Tod des Ausgleichsverpflichteten.

                         

                        Lediglich in den Fällen, in denen der Träger der auszugleichenden Versorgung (z. B. ein privater Träger der betrieblichen Altersversorgung) eine Hinterbliebenenversorgung vorsieht, richtet sich nach dem Tode des/der Ausgleichsverpflichteten der Anspruch des/der Ausgleichsberechtigten gegen den Träger der auszugleichenden Versorgung selbst. Hat der verstorbene Ausgleichspflichtige eine Witwe hinterlassen, ist deren Hinterbliebenenversorgung entsprechend zu kürzen.

                        Nicht immer verläuft der Versorgungsausgleich für beide Seiten optimal, sodass Sie im zweifelsfall Teile Ihres Standards wiederherstellen müssen. Das gilt z. B. für Ihr KFZ - einen passenden Auto Kredit finden Sie bei Autofinanzierungen.info.