Rente und Rehabilitation


Die Rehabilitationsangebote der gesetzlichen Rentenversicherung richten sich an Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen ihre bisherige berufliche Tätigkeit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben können. Dabei gilt das Grundprinzip „Reha vor Rente“. Dies besagt, dass Maßnahmen der Rehabilitation Vorrang haben und dementsprechend eine Erwerbsminderungsrente nur gewährt wird, wenn eine Rehabilitation vermutlich nicht zur Wiedereingliederung in das Arbeitsleben führen wird. Um dieses Konzept umsetzen zu können, wurde dem Rentenversicherungsträger das Recht eingeräumt, einen Rentenantrag in einen Reha-Antrag umzudeuten.

Rehabilitationsmaßnahmen können entweder medizinischer Art (Medizinische Rehabilitation) sein oder der beruflichen Integration dienen (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben).

Medizinische Rehabilitationsmaßnahmen werden in spezialisierten Reha-Kliniken erbracht und dauern üblicherweise drei Wochen lang, allerdings kann die Dauer im Einzelfall auch davon abweichen. Möglich sind sowohl stationär als auch ambulant durchgeführte Behandlungen. Einen Anspruch auf medizinische Rehabilitation haben nicht nur Patienten, die eine Wartezeit von 15 Jahren vorweisen können. Bei eingeschränkter oder akut gefährdeter Erwerbsfähigkeit genügt eine fünfjährige Wartezeit bzw. eine zweijährige, sofern in den vergangenen zwei Jahren mindestens 6 Monate lang Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung abgeführt wurden.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben können in vielfältiger Form erbracht werden. Beispielsweise kann eine Fortbildung bzw. Umschulung bezahlt werden, um den Patienten für Tätigkeiten zu qualifizieren, die er trotz der gesundheitlichen Einschränkungen noch ausüben kann. Weitere Möglichkeiten sind Mobilitätshilfen, die es dem Betroffenen ermöglichen, den Arbeitsplatz zu erreichen, oder direkte finanzielle Zuschüsse an den Arbeitgeber, sofern dieser z.B. einen Arbeitsplatz behindertengerecht ausstattet. Auch ein Gründungszuschuss für die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit kann gewährt werden. Einen Anspruch auf diese Leistungen haben im Wesentlichen Personen, die ohne diese Leistungen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hätten.

Während einer Maßnahme zur beruflichen oder medizinischen Rehabilitation sind die Teilnehmer durch den Bezug von Übergangsgeld finanziell abgesichert. Für einen ehemaligen Arbeitnehmer ohne Kinder beträgt das Übergangsgeld 68% des letzten Nettogehalts, bei einem Kind mit Kindergeldanspruch erhöht sich der Betrag auf 75%.