Rürup oder Riester Rente - welche Altersvorsorge?


Die gesetzliche Altersrente stellt nach wie vor die wichtigste Einkommensquelle nach dem Austritt aus dem Berufsleben dar. Allerdings wird das Rentenniveau langfristig nicht beibehalten werden können, was letztlich daran liegt, dass die gesetzlichen Rentenkassen nach dem Umlageverfahren arbeiten. Die Beiträge, die eingenommen werden, werden unmittelbar wieder ausbezahlt und auf diese Weise die derzeitigen Renten finanziert. Der Beitragszahler baut sich durch die Beiträge während seines Berufslebens also kein eigenes Guthaben auf, sonder erwirbt lediglich Ansprüche auf seine spätere Rente.

Da die Gesellschaft jedoch konstant älter wird, müssen die Renten auch entsprechend länger finanziert werden. Werden weniger Kinder geboren oder gibt es eine hohe Arbeitslosenquote, verändert sich dabei das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben. Kommt es zu einem Ungleichgewicht, führt dies in der Folge nun dazu, dass die Rentenhöhen reduziert werden müssen, um mit den vorhandenen Beiträgen weiterhin finanzierbar zu bleiben. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und Anreize für eine zusätzliche private Altersvorsorge zu schaffen, hat der Gesetzgeber mit der Riester- und der Rürup-Rente zwei Modelle entwickelt, die er fördert.

Die Riester Rente ist für diejenigen konzipiert, die Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, in erster Linie also für Arbeitnehmer und Beamte. Die staatliche Förderung erfolgt vor allem durch Zulagen, durch die der Gesetzgeber das angesparte Guthaben aufstockt. So erhält der Riestersparer 154 Euro als jährliche Grundzulage, zudem gibt es Kinderzulagen in Höhe von 185 Euro oder 300 Euro und eine Sonderzulage, wenn der Vertrag vor dem 21. Lebensjahr abgeschlossen wird. Hinzu kommt, dass die Beiträge für die Riesterrente steuerlich geltend gemacht werden können, was zu weiteren Steuervorteilen führen kann.

Das Ansparen der Riester Rente setzt einen zertifizierten Vertrag voraus, beispielsweise in Form einer klassischen oder einer fondsgebundenen Rentenversicherung. Um jedoch zu analysieren, durch welche Versicherungsvariante und bei welchem Anbieter das sicherste und profitabelste Erreichen der benötigen Zusatzrentenhöhe möglich ist, ist ein Riester Rente Vergleich vor dem Vertragsabschluss dringend anzuraten. Die Rürup-Rente ist in erster Linie für diejenigen ausgelegt, die keine Beiträge in die gesetzlichen Rentenkassen einzahlen und die Riesterförderung nicht nutzen können.

Neben Freiberuflern und Selbstständigen ist die Rürup-Rente jedoch auch für Besserverdiener interessant, denn hierbei erfolgt die staatliche Förderung durch Steuervorteile. Die Beiträge für die Rürup-Rente können als Sonderausgaben bis zu einer Höchstgrenze von 20.000 Euro abgesetzt werden und auf diese Weise das zu versteuernde Einkommen deutlich senken. Im Jahre 2009 werden zwar nur 68 Prozent der eingetragenen Beiträge abgezogen, allerdings steigt der absetzbare Anteil jährlich um weitere zwei Prozent, so dass die Beiträge ab 2025 vollständig abzugsfähig sein werden.

Zu den großen Vorteilen der staatlich geförderten Altersvorsorgemodelle gehört der Schutz vor der Zugriffsmöglichkeit durch Dritte. Das bedeutet, dass das angesparte Guthaben weder verpfändet noch beim Bezug von Arbeitslosengeld als Vermögen angerechnet werden kann. Die Annahme des Gesetzgebers, dass es sich bei dem Guthaben ausschließlich um ein finanzielles Polster für den eigenen Lebensabend handelt, führt jedoch im Gegenzug auch dazu, dass die Verträge nicht vorzeitig kapitalisiert und auch nur bedingt vererbt werden können.