Die Hinterbliebenenrente


Die Hinterbliebenenrente ist eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie soll den Hinterbliebenen beim Tod eines Angehörigen helfen eventuelle Einkommensverluste auszugleichen oder abzumildern. Insbesondere Hausfrauen oder Kinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben, droht ohne die Hinterbliebenenrente oft ein Leben am Existenzminimum. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung besteht für die Hinterbliebenen unter Umständen auch ein Anspruch aus anderen öffentlich-rechtlichen Versorgungseinrichtungen, wenn der Verstorbene zum Beispiel Beamter oder Landwirt war. Im Einzelfall sollten alle in Frage kommenden Anwartschaften geprüft werden, auch die eventuell bestehenden privaten Versicherungen.

Für den Bezug der Hinterbliebenenrente müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Anhand von bestimmten Kriterien wie dem Alter, der Erfüllung von Wartezeiten und der aktuellen Einkommensituation prüfen die Rentenversicherungsträger in jedem Fall einzeln ob und in welcher Höhe Angehörigen eine Hinterbliebenenrente zusteht. Je nachdem welche Personengruppe vom Tod eines Angehörigen betroffen ist, gibt es verschiedene Formen der Hinterbliebenenrente.

Witwerrente (zum Artikel)

Die bekannteste Form der Hinterbliebenenrente ist die Witwen- oder Witwerrente, die dem überlebendem Ehegatten nach dem Tod seines Partners zusteht. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen einer kleinen und großen Witwen- bzw. Witwerrente. In beiden Fällen muss der verstorbene Versicherte die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Eine kleine Rente erhalten kinderlose, erwerbsfähige Ehegatten, wenn sie jünger als 45 Jahre sind. Diese wird über 2 Jahre in Höhe von 25 Prozent der Rente des verstorbenen Partners gezahlt. Nach Überschreitung von Freibeträgen wird in dieser Zeit erzieltes Einkommen zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Anspruch auf eine große Witwen- bzw. Witwerrente besteht grundsätzlich erst ab dem 45. - und nach der schrittweisen Altersanhebung ab 2012 später erst ab dem 47. - Lebensjahr oder wenn der überlebende Ehegatte für die Erziehung eines minderjährigen oder behinderten Kindes verantwortlich ist. Die große Rente beträgt 55 Prozent der Rente des verstorbenen Versicherten. Die Witwen- bzw. Witwerrente gilt analog für Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Waisenrente (zum Artikel)

Bleiben nach dem Tod eines Versicherten unterhaltspflichtige Kinder zurück, haben diese Anspruch auf eine Halb- oder Vollwaisenrente. Bei Erfüllung der allgemeinen Wartezeit durch den Verstorbenen erhalten dessen Kinder, auch Stief- und Pflegekinder, bis zum 18. Lebensjahr eine existenzsichernde Waisenrente. Der Anspruchszeitraum verlängert sich maximal bis zum 27. Lebensjahr solange sich die Kinder noch in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden. Etwaiges Einkommen wird bis zum 18. Lebensjahr nicht angerechnet.

Erziehungsrente (zum Artikel)

Eine Sonderform der Hinterbliebenenrente stellt die Erziehungsrente dar. Der Rentenanspruch entsteht mit dem Tod eines nach 1977 geschiedenen Ehepartner, solange der überlebende Ehegatte ein eigenes Kind oder ein Kind des verstorbenen Partners erzieht.