Rentenantragstellung


Wie jede Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung muß eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beantragt werden. Für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit ist der Rentenantrag anspruchsbegründend.
Der Rentenantrag ist an keine bestimmte Form gebunden, er kann formlos erfolgen (SGB I § 16, SGB IV § 19, SGB VI § 115). Da jedoch bestimmte Voraussetzungen für eine Rentengewährung geprüft werden müssen, ist in der Regel nachträglich eine förmliche Antragstellung mit dafür vorgesehenen Formularen notwendig.(SGB I §_60 Abs. 2) Der Rentenantrag wird in der Regel vom Rentenberechtigten gestellt. Sollte aus zwingenden Gründen eine Verhinderung vorliegen, kann der Antrag auch von einer anderen bevollmächtigten Person gestellt werden. Ehegatten und Kinder müssen bei der Antragstellung ausdrücklich erklären, im Auftrag der Versicherten zu handeln, dann wird eine Bevollmächtigung unterstellt. Andere Personen müssen eine schriftliche Vollmacht vorlegen, die sie zur Rentenantragstellung berechtigt.
Bei der Wahl des Zeitpunktes der Rentenantragstellung ist zu beachten, daß Renten aus eigener Versicherung, also Altersrenten, Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Erziehungsrenten ab dem ersten des Monates gezahlt werden, zu dessen Beginn alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, jedoch nur dann, wenn der Rentenantrag spätestens bis zum Ende des dritten Kalendermonates nach Ablauf des Monates, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, gestellt wurde (SGB VI § 99). Eine verspätete Rentenantragstellung bewirkt, daß die Rente erst ab dem Antragsmonat zu leisten ist.
Zum förmlichen Rentenantrag gehören neben dem Antrag für die jeweilige Rentenart Zusatzfragebögen und die Meldung für die Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner.
Der Rentenantrag kann bei folgenden Stellen gestellt werden

  • einem Versicherungsamt,

  • bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträger,

  • bei einem Versichertenältesten

  • bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung

  • bei jedem deutschen Sozialleistungsträger (z.B. Krankenkasse, Arbeitsamt, Sozialamt) und

  • im Ausland beim deutschen Konsulat.

Diese Stellen geben die Anträge an den zuständigen Leistungsträger weiter.
Als Besonderheit bei den Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsrenten ist zu beachten, daß ein Antrag auf Rehabilitation als Antrag auf Rente gilt, wenn der Versicherte erwerbs- oder berufsunfähig ist und Leistungen zur Rehabilitation nicht erfolgversprechend sind oder erbrachte Rehabilitationsleistungen nicht erfolgreich waren. In diesen Fällen wird der Antrag auf Rehabilitation in einen Antrag auf Rente "umgedeutet" (SGB VI § 116).