Vollzeittätigkeit


Bei Vollzeittätigkeiten ist regelmäßig davon auszugehen, daß es hierfür Arbeitsplätze in ausreichender Menge gibt, gleichgültig ob besetzt oder offen. Das Risiko, keinen offenen Vollzeitarbeitsplatz zu bekommen, trägt allein die Arbeitslosenversicherung.
Diese Annahme des offenen Arbeitsmarktes für Vollzeitarbeitsplätze gilt dann nicht, wenn


- die verrichtbaren Tätigkeiten in Tarifverträgen nicht erfaßt sind oder nur vereinzelt vorkommen. Das wird immer dann vorkommen, wenn diese Arbeitsplätze als Einstiegsstellen für Berufsfremde nicht zur Verfügung stehen sondern vergönnerweise den Angehörigen des eigenen Betriebes vorbehalten bleiben. Das gilt nicht für alle Arten von Hilfsarbeiten, da diese in ihrer Vielfältigkeit nicht in Tarifverträgen erfaßt werden können.


- der Versicherte die in Betracht kommenden Arbeitsplätze aus gesundheitlichen Gründen von seiner Wohnung nicht erreichen kann.


- der Versicherte aufgrund der Besonderheiten seines Leidens zwar in seiner Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, aber eine wirtschaftliche Verwertung seiner Arbeitskraft nicht möglich ist.
In diesen genannten Fällen kann es unter Umständen auch zu einer Rentengewährung kommen, wenn noch eine vollschichtige Einsatzfähigkeit vorliegt. Das sind jedoch Ausnahmefälle, die einer gewissenhaften Prüfung des Einzelfalles voraussetzen.